Interview mit Thomas

Ist jetzt auch schon ein paar Wochen her das ich hier im Blog den Aufruf nach einem Fotografen der sich für ein Interview für meine Abschlussarbeit zur Verfügung stellt gestartet habe. Es hat sich auch wirklich jemand gemeldet –danke Sue- das allerdings erst nachdem ich mein Interview schon hatte. Thomas Leuthard seines Zeichen Street Photographer aus Luzern hat sich sofort dazu bereit erklärt mir meine Fragen zu beantworten. Entstanden ist sehr schnell ein sehr tief greifender Dialog der sich nicht nur um die Fotografie gedreht hat. Ich finde es immer noch sehr spannend mir die Antworten durch den Kopf gehen zu lassen. Ich habe bekommen was ich mir in meinen besten Vorstellungen nicht hätte ausmalen können für meine Abschlussarbeit. DANKE THOMAS FÜR DIESES HAMMER INTERVIEW! (und den nebenbei echt coolen Nachmittag)

Weil es einfach zu schade ist diese tollen Antworten einfach auf dem Computer und dann in meiner Abschlussarbeit versauern zu lassen, werde ich das hier jetzt einfach in vollem Umfang hochladen. Ich kann euch wirklich nur Raten das ganze mal durchzulesen. Man kommt schon auch ein bisschen ins Grübeln.

 

1. Wie hast du mit dem Fotografieren begonnen?

Das war mehr Zufall als geplant. Ich war im Jahre 2008 geschäftlich in Tel Aiv unterwegs und habe damals im Hotelzimmer beim durchblättern eines Computerheftchen diese Kameras gesehen und dachte das wär doch was für mich. Ich habe mir dann die billigste Kamera ausgewählt und mir die Nikon D40 gekauft, einfach aus reiner Neugier weil ich das mal versuchen wollte. Habe dann alles ein bisschen ausprobiert, habe auch einige Kurse besucht und habe dann aber gemerkt dass das nicht das ist was ich eigentlich möchte. Im Sommer 2008 war ich dann –auch wieder geschäftlich- in Peking bei den Olympischen Sommerspielen unterwegs wo ich dann eigentlich rein aus den Begebenheiten und meinen Beobachtungen mit diesen vielen verschiedenen Leuten den Grundstein zur Streetfotografie gelegt habe. Da liefen so viele verschiedene Leute herum und ich fand das so spannend das festzuhalten, dass ich bis heute zu 99% dabei geblieben bin.

 

2. Wie würdest du deinen Stil bezeichnen?

Wenn man drei Streetfotografen fragen würde wie sie diese Richtung beschreiben würden, würde man wahrscheinlich drei verschiedene Antworten bekommen. Für mich und somit auch meine Fotos sind meistens Schwarz/Weiss, sehr nah –manchmal vielleicht auch zu nah- und halten das Leben in seiner Realität in diesem einen Moment fest.

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3. Was schätzt du so an der Fotografie?

Die Herausforderung immer ein besseres Bild machen zu wollen. Ein Foto ist nie perfekt. Gerade auf der Strasse wo du eigentlich nichts selber in der Hand hast ausser deiner Kamera die du selber steuerst, wird nie alles genau perfekt sein. Und diese Sache, immer dich selber übertreffen zu können finde ich sehr spannend. Ich habe mal in einem Buch geschrieben das ich am letzten Tag meines Lebens mein perfektes Foto schiessen möchte weil ich dann weiss, du hast alles geschafft was du möchtest und ich kann jetzt beruhigt gehen. Würde ich dieses perfekte Foto heute schon machen würde für mich der Reiz an dem ganzen entfallen und ich müsste mir ein neues Hobby suchen. Ich könnte mich ja selber nicht mehr übertreffen und würde an Stelle treten. Genau dieses irgendwie Uferlose fasziniert mich sehr. Es wird NIE DAS perfekte Foto geben.

 

4. Wie viel Zeitdokument steckt in deinen Fotos?

Ich denke in meinen Bildern steckt mehr Zeitdokument je mehr man drüber nachdenkt. Letztens habe ich ein Bild von einem Jungen im Kinderwagen mit einem iPad in der Hand gemacht, das irgendein Spiel spielte wo es wohl einen Burger zusammenbauen konnte. Also das man das Kind in so jungem Alter eigentlich mit einerseits dem Feind jedes Ernährungswissenschaftler „infiziert“ und andererseits dann auch noch auf einem iPad statt es das selber in der Küche erfahren lassen. Ich könnte mir gut vorstellen das man in fünf, zehn vielleicht auch zwanzig Jahren mit solchen Bildern auch irgendwo durch sagen könnte das die Spuren zu zum Beispiel Übergewicht ja schon sehr früh gelegt wurden. Meine Bilder zeigen einfach die Wahrheit wie es ist und verfälschen nicht durch eine gestellte Szenerie. Wie viel Zeitdokument im Endeffekt darin steckt wird die Zeit zeigen.

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5. Findest du denn Fotografie ein geeignetes Mittel um eine der wohl komplexesten Menschlichen Erfindungen festzuhalten?

Wenn man die Zeit festhalten will muss man sehen was macht die Person, was trägt eine Person und wo befindet sie sich. Also wer denkt mit einem Portrait ein Zeitdokument zu schaffen lebt glaube ich illusorisch. Ich bin nach wie vor der Meinung das man mit einem Foto weit mehr sagen kann als mit einem Schriftdokument oder sogar einem Film in Bild und Ton. Aber es muss sicher eine Gesamtaufnahme sein und sollte sich nicht zu fest auf einen Punkt fixieren

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6. Gibt es einen Moment in deinem Leben, den du im Nachhinein vielleicht besser festgehalten hättest, die dich vielleicht sogar heute noch aufregen das du sie nicht gemacht hast?

Es gibt Momente die mich so fasziniert haben das ich quasi vergessen habe ein Foto zu machen. Bilder an die ich mich zum Teil bis heute erinnern kann. Ein Bild das Wurmt mich aber bis heute noch.

Da war ich in einer Kunstausstellung. Da hing ein Bild -zu 90% in Grün- das einen Menschen zeigt der auf einer art OP-Tisch lag. Alles in allem ein sehr surreales Bild. Vor diesem Bild stand ein Mädchen fast komplett in Grün angezogen Das dieses Bild fasziniert betrachtete. Ich habe diese Szenerie gesehen und ein Foto davon gemacht. Jetzt habe ich aber am Morgen zuvor bei einem Update vergessen einzustellen das es die Bilder in Farbe abspeichern soll. Ich schaue zuhause meine Ausbeute an und musste mit Schrecken feststellen das ich dieses super Bild gerade so gut nicht hätte machen können. In Schwarz/Weiss war dann natürlich die ganze Aussagekraft dahin. Das verfolgt mich bis heute noch ein bisschen und erzähle ich auch öfters bei meinen Workshops das man echt immer seine Einstellungen beachten soll.

 

7. Was treibt dich an und was inspiriert deine Fotografie?

Eigentlich ist das Leben meine Inspiration. Ich habe nicht eine Person von der ich sagen würde sowas will ich machen. Klar sehe ich oft ein Bild zum Beispiel in einem Modeheftchen und denke „sowas will ich auch machen“ aber das ist dann nicht Fotografen abhängig oder so, sondern dann inspiriert mich dieses Bild. An Inspirationsquellen mangelt es mir eigentlich nie. Wer mit offenen Augen durchs Leben läuft und sich eben auch inspirieren lässt wird da glaube ich nie Probleme haben. Gewisse Regelmässigkeiten oder Auffallende Details an einem hunz kommunen Gegenstand und schon wächst eine Idee heran. Die meisten Ideen zu neuen Bilder kommen mir eigentlich unter der Dusche. Oft irgendwo einen Gedankenfetzen aufgegabelt, zwischengespeichert und sein gelassen und dann unter der Dusche wo ich auch mal einfach nichts denken kann und der Kopf leer ist, dann kommen mir jeweils die besten Ideen. Und dann kann ich das auch meistens auch nicht einfach dabei belassen. Kreativität und eine Idee verflüchtigen sich sehr schnell. Ich muss das dann wirklich umsetzen oder umzusetzen versuchen, sonst wird mich das nicht in Ruhe lassen und ich kann den Kopf nicht frei kriegen.

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8. Wie oft gibt es diese Momente in denen du deine Kamera einfach in die Ecke schmeissen willst und von dem ganzen zumindest Zeitweise nichts mehr wissen willst? Gibt es das überhaupt?

Die gibt es. Ich habe oft so Phasen wo mir alles einfach keinen Spass mehr macht. Das sind dann Zeiten wo ich für mich einen Schnitt mache und einfach einen radikalen Schritt gehe. Ich habe gerade vor ein paar Wochen meinen Facebookaccount deaktiviert. Ich musste einfach was machen, es musste was geschehen. Gerade nach Reisen wo man dann Tage oder Wochen nicht viel anderes gemacht hat dann kotzt es mich manchmal einfach an und ich rühre meine Kamera Tage lang nicht mehr an. Ich muss echt sagen, ich habe schon ein paar Mal ans aufhören gedacht. Ich muss dann jeweils was anderes machen. Langzeitbelichtungen –was ich auch sehr gerne mache- hilft mir zum Beispiel sehr. Einfach mal zu sehen wie wenig Bildausbeute es in einem sehr grossen Zeitrahmen geben kann. Also in einem Zeitrahmen von 4h bekomme ich sonst vielleicht 10 Gute Bilder, stand ich letztes mal am See und habe gerade mal eines mit dem ich wirklich zufrieden bin. Einfach weil man halt warten muss, die Einstellungen immer wieder aufs neue anpasst und es dann vielleicht auf Grund einer Lichtveränderung trotzdem nichts wird. Sich das mal wieder vor Augen zu führen, den Kopf wieder frei zu kriegen, das Hilft echt. Die Motivation ist bei mir erstaunlicherweise noch jedes Mal zurückgekommen.

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9. Zeiten ändern sich. Wie hat sich deine Fotografie entwickelt?

Das was ich vorher erzählt habe von wegen den Moment realitätsgetreu festhalten ist eigentlich der zentrale Punkt des Wandels den ich momentan durchmache. Ich möchte nicht mehr den Menschen als grosses Fragezeichen im Raume stehen lassen. Ich will das meine Bilder eine Geschichte erzählen. Also mal etwas von dieser extremen Nähe abweichen, die Person im Kontext zeigen. Man soll etwas über jemanden erfahren oder zumindest meinen zu erfahren und nicht einfach nur ein Bild konsumieren was so ziemlich alles sagen kann. Und was ich auch immer mehr versuche, ist den Menschen in Zusammenhang mit seiner Umgebung zu bringen. Also zum Beispiel wenn Farben von Kleidern und Hintergrund gleich sind, das in einen Kontext zu stellen oder mit Formen zu spielen –auch wieder von Mensch zu seiner Umgebung- und diese Darzustellen

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10. Du kannst deine Fotos weder planen noch vorausschauen. Kannst du sie erzwingen?

Es ist schon so das mir manchmal eine Idee kommt und ich dann muss so schnell als möglich dahin muss und da dann auch warte bis ich dieses Foto habe. Wenn es dann nicht klappt wie ich mir das vorstelle, komme ich auch an diesen Ort zurück bis es eben klappt. Es ist aber auch so, dass ich heute mal auf ein Bild verzichten kann. Ich bin dadurch auch etwas ruhiger geworden und kann mittlerweile mal auf ein Bild verzichten. Also wenn mich die Inspiration wie meistens dann draussen auf der Strasse überfällt und ich was sehe, wäre ich früher noch jeder Person nachgerannt um es irgendwie festzuhalten. Heute kann ich auch mal sagen ok lassen wir die Person jetzt in Ruhe, es kommt auch ein nächstes Bild. Also wirklich erzwingen kann man es nicht, muss aber auch sagen, man hat es gar nicht nötig. Die nächste Gelegenheit kommt auf jeden Fall. Dann ein anderes Bild.

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11. Learning by Doing oder wissen anlesen und beibringen lassen? Was würdest du einer Person raten die neu mit dem Fotografieren beginnen will?

Ich glaube es ist super einen Kurs zu besuchen um die Grundlagen zu erlernen. Es kann einem sehr helfen seine Kamera kennenzulernen. Ich vergleiche es mal mit einem Zimmermann. Du bekommst einen Hammer. In einem Grundkurs kann dir super beigebracht werden wie du diesen Hammer bedienen musst. Aber das know how eine ganze Hütte aus Holz zu bauen hast du deshalb noch lange nicht. Das kann dir nur die Praxis beibringen. Gerade da wo so viele eigene Ideen und Inspiration zusammenspielt, kann dir das kein Mensch dieser Welt beibringen wie du das vereinen kannst. Das muss man einfach selber erlernen und seine Persönliche Linie finden ein Bild interessant gestalten. Und einen Schuss an Begabung und Talent ist auch nie fehl am Platz. Aber eindeutig, die Kamera muss man im Schlaf beherrschen sonst kann das nicht klappen.

 

12. Du bist Fotograf, hast Bücher geschrieben und führst Workshops. Drei völlig verschiedene Rollen. Welche steht dir davon am besten? Eher der Unauffällige mit der Kamera auf der Strasse oder doch der Vermittler und in Anführungszeichen Unterhalter einer Gruppe?

Ich könnte mich nicht festlegen. Es macht mir alles Spass, aber ich brauche die Abwechslung. Wenn ich immer nur das Selbe machen müsste würde mir langweilig werden. Wenn ich immer nur fotografieren müsste würde es mir sehr schnell ablöschen. Wenn ich immer nur Bücher schreiben müsste, hätte ich schnell keinen Spass mehr daran. Ich gehe mit all dem auf ein Thema ein aber auf Grundverschiedene Arten und das finde ich spannend. Sobald es dann zu viel wird schmeisse ich aber auch schnell wieder hin und dann interessiert es mich nicht mehr.

 

13. Wieso hast du dich für die Fotgrafie auf der Strasse und nicht im Studio? Reizt dich das nicht?

Weil es gestellt ist und ich mag keine gestellten Bilder. Jedes Bild auf in jeder Modezeitschrift in jedem Magazin ist gestellt. Es herrsch eine akute Übersättigung an gestellten Bildern. Ich möchte den Menschen so festhalten wie er ist. So wie es jetzt gerade ist. Klar gibt es Fotomodels die sehr gut schauspielern können so das es echt aussieht aber dann sieht man irgend einen Prominenten und es sieht einfach brutal künstlich aus. Ich würde so ein Produkt nie kaufen. Es ist viel zu schwierig Emotionen nachzustellen und es gibt nichts schöneres als wahre Emotionen zu sehen. Das sind einfach Sachen die man nicht nachstellen kann. Jedes Lachen was nicht einem Grund entspringt wird immer sofort erkennbar sein. Ich will das nicht.

Ich lese zum Beispiel auch keine Romane. Nur Sachbücher. Weil ich diese Fiktion einfach überhaupt nicht mag. Ich will das Leben live!

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14. Zeit Mangelware oder eine Frage der Einteilung?

Frage der Einteilung.

Es ist eine reine Frage der Priorisierung. Jeder der sagt er hätte keine Zeit hat einfach die Prioritäten falsch gesetzt. Ich habe so ziemlich alles was mich ablenkt von meiner Fotografie, alles was mich nicht irgendwie weiterbringt aus meinem Leben gestrichen. Ich arbeite nur noch 90% und bin dabei weiter zu reduzieren. Ich habe meine Wohnung auf das nötigste reduziert alles so weit es geht minimalisiert. Ich versuche momentan möglichst wenig zu machen, das dann dafür umso intensiver zu leben. Man muss nicht überall dabei sein und alles mitmachen. Es nützt mir nichts wenn ich an tausend Sachen dabei bin. Lieber bin ich bei ein vielleicht zwei Sachen dabei, aber da dann dafür richtig mit vollem Einsatz. Klar, alles neben dem Job wo ich versuche das nötigste zu Leisten damit der Chef zufrieden ist und mein Lohn ende Monat gerechtfertigt ist. Man muss sich fokussieren können. Man sollte sich theoretisch eine Liste machen mit je „was mache ich gut“ und einer mit dem „was ich gerne mache“ und das was auf beiden listen vorkommt weiterhin ausführen und den ganzen Rest streichen! Das wäre konsequent und effektiv! Weil der Entscheid was ich mache und was nicht, ob Familie oder nicht, diese ganzen Entscheide liegen bei mir. Was einem nicht passt, ändern! Es obliegt jedem selbst. Man muss einfach damit leben können. Mit allen Konsequenzen die so ein Entscheid mit sich führt. Aber man muss sich halt fragen was einem mehr Wert ist. Ein gut bezahlter Job und jeden Abend unzufrieden nach Hause kommen oder halt etwas weniger Geld und dafür ein Lachen im Gesicht. Muss jeder für sich selber Wissen. Lieber Glücklich sein mit weniger Geld als unglücklich mit allem.

Wenn ich hier in Zürich durch die Bahnhofsstrasse laufe sehe ich viel weniger Lachende Gesichter als irgendwo in Mumbai. Ich glaube es liegt daran das die Leute einfach viel weniger Zeit für Sachen verschwenden die gar nicht wichtig sind.

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Leider hat Thomas einfach viel zu viele ganz ganz tolle Bilder. Wenn euch diese hier gefallen schaut ihr am besten mal HIER vorbei. da sind noch fast unzählige weitere. Einfach mal vorbeischauen, inspirieren und wirken lassen. Kann ich nur empfehlen.

 

Lg. Yvo

Strategisch Scheisse

Verschissene Toiletten? Freche Gören in der Bahn? Teenies am Morgen im Bus? Was regt euch in der Öffentlichkeit am meisten auf? Ich kann euch sagen wie man mich auf die Palmen treiben kann. Bleibt mitten im weg stehen und ihr könnt froh sein wenn ich euch nicht Hände voran um den Hals falle. Ich weiss echt nicht.. Da krieg ich so ein Hals. Ich glaube Mittenimwegstehtitis ist nach Ichwarinderhirnverteilschlangezuweithinten Krankheit eine der Weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten.

imwegsteher

 

Du bist am Flughafen und fährst auf der Rolltreppe. Vor dir eine Person mit Koffer der natürlich wie könnte es anders sein, die ganze Breite in Anspruch nimmt. Du möchtest eigentlich vorbei, siehst aber die hoffnungslosigkeit der Problematik. Gut denkst du dir. Gleich ist die Rolltreppe zuende. Dann laufen zuerst sie/er und dann du vom Band um an ihr/ihm vorbei zu ziehen. Also fährst du. Und fährst du. Und fährst. Und fährst. Und fährst. Und fä.. ok ihr habt verstanden. Auf jeden fall fährst du da und siehst wie der Koffer immer grösser und grösser zu werden scheint, immer unüberwindbarer und siehst gleichzeitig wie die Rolltreppe immer länger und länger, ja schier schon unendlich lange wird. Obwohl man ja eigentlich Zeit hat macht sich langsam Nervosität breit und iwie nervt es auch immer mehr das gewisse Leute das Prinzip rechts stehen links gehen wohl nicht verstanden haben. Bestimmt schon mindestens 10 Minuten steht man da bis eeeeeendlich das heiss ersehnte Ende in Sicht kommt. Du gehst vor deinem innern Auge schon wie beim Sprint in Startposition um an der/dem vor dir vorbeizuziehen. Ein Schritt, zwei Schritte. STOPP! Wie von der Tarantel gestochen bleibt die Person vor dir noch auf dem auslaufenden Riffelblech der Rolltreppe stehen und macht keinen Wank mehr. ZACK HIER BIN ICH! AAAAAAAAAAlter Falter. Da kommts mir hoch! Wir standen sicher schon 20min auf diesem sich fortbewegenden Ding, man hatte alle Zeit der Welt sich seine nächsten Schritte zu überlegen und wenn die Zeit nicht reicht dann STEH VERDAMMT NOCHMAL AUF DIE SEITE! Ich krieg da so nen Hals. Türen oder enge Gänge sind auch ganz beliebte Orte für ein Spontanes Schwätzchen von zwei Päärchen mit Kinderwagen. Einfach alle strategisch ungeeigneten Orte und Punkte scheinen genau Magnete für so viele Menschen zu sein.

Und ich mache meinem Ärger da auch lautstark Luft. Da vergehen mir jegliche Manieren.

So! Ich habe gesprochen.

Lg. Yvo Smiley mit geöffnetem Mund