Länderscheisse und der Umzug

Wie wahrscheinlich nun schon alle wissen, werde ich in zwei Wochen von Zürich nach Berlin ziehen. Aus der elterlichen Obhut, rein in die Selbstverantwortung.
So wie hoffentlich wahrscheinlich alle hier meiner Leser mal von zuhause ausgezogen sind oder werden. Keine grosse Sache werden sich wahrscheinlich die meisten denken. Mal abgesehen vom üblichen Kram den alle machen müssen kommt bei mir aber noch jede Menge anderer Kram dazu. Ihr Ahnt ja gar nicht wer dir alles so Knüppel zwischen die Beine wirft wenn man aus einem “Nicht EU Land” in ein “EU Land” (oder umgekehrt) ziehen will. An allen Ecken und Enden warten Sie mit weiteren Überraschungen. Ich erwarte nicht dass das so schnell wieder aufhört.

schweiz deutschland

Zwei Beispiele.

Wusstet ihr dass ihr euern Führerschein umschreiben müsst wenn ihr in ein fremdes Land zieht? Wahrscheinlich ja nicht wenn ihr euch nicht damit auseinander gesetzt habt. Ich sag’s mal so. ICH WUSSTE ES AUCH NICHT! Das sagt dir keiner! Wer auch? Gibt keinen der dir ne Liste mit “must do’s” in die Hände drückt.
Jedenfalls ist es so, dass man wenn man nach Deutschland zieht innert 6 Monaten den ausländischen Fahrausweis abgeben muss und dann einen Deutschen  bekommt. Gegen eine stattliche Gebühr natürlich (aber das versteht sich ja von alleine oder? Zwinkerndes Smiley ). In meinem Fall muss ich aber nichts nochmal machen. Also keine Theorie oder Fahrstunden nachholen. Dies bescheinigt ganz offiziell die Anlage FEV 11 . Auf Dieser steht die Schweiz zusammen mit Staaten wie Neukaledonien, Republik Korea oder Andorra und anderen. Da kommst du dir ein wenig verarscht vor! Aber ist ja Wurst! Es ist so.
Lässt man seinen Ausweis nicht innert dieser Frist umschreiben und wird kontrolliert gilt dies als fahren ohne Führerschein.

Es ist also nicht ohne und ich habe das auch nur eher per Zufall erfahren. Gerade noch früh genug! Gemeldet bin ich nämlich schon seit Ende Dezember in Berlin, arbeite aber noch hier in der Schweiz. Ich kann meine Fahrerlaubnis nicht einfach mal so eben für nen Monat abgeben. Ich darauf angewiesen Auto fahren zu können! In der Schweiz kann ich ganz normal weiter fahren, nur in Deutschland ist mir das seit Ende Juni untersagt.
Es besteht die Möglichkeit diese Frist um weitere 6 Monate zu verlängern. Dies muss schriftlich beim zuständigen Verkehrsamt eingereicht werden und wird nur in begründeten Fällen statt gegeben. In meinem Fall ist also das Strassenverkehrsamt in Berlin zuständig.

Wer die Ämter in Berlin kennt, der lacht jetzt wahrscheinlich schon. Vor 3 bis 4 Monaten haben wir dieses Begehren eingereicht und bis heute nichts gehört. Kein Ja, kein Nein, kein “leck mich am Arsch”, einfach nichts. Bei Anrufen beim Bürgertelefon war sowieso keiner Zuständig. Wieso auch?

Oder eine andere ganz kleine Sache ist das mit dem Ausweis.
Auf dem Ausweis den man in Deutschland kennt steht der Geburtsort, auf unserem in der Schweiz der Heimatort. “BOOOOO! MIR DOCH WURSCHT!”, dachte ich. Interessiert doch keinen mehr heutzutage. Falsch gedacht. Ich konnte erst nach langem langem hin und her bei der DKB ein Konto eröffnen. Man könne mich nicht ausreichend identifizieren. MHM! Dazu werde ich jetzt einfach mal schweigen.

Wenn von euch jemand ähnliche oder weitere Probleme hatte darf er mich gerne via Kommentare in Kenntnis setzen Smiley mit geöffnetem Mund Bin dankbar um jedes Fettnäpfchen in das ich nicht selber treten muss!

Lg. Yvo

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Die Sache mit Instagram

Wer meine Socialmedia-aktivitäten so verfolgt mag es vielleicht bemerkt haben. In keinem meiner Tweets oder Beiträgen hier wurde jemals ein Instagramlink geteilt. Zumindest kein Eigener. Das hat einen einfachen Grund: Ich habe keine Account dort!  Und das obwohl es ja eigentlich mittlerweilen zum guten Ton gehört. JEDER hat einen Instagram Account! Genau so wie auch jeder Facebook und Whatsapp hat heutzutage. HOBBLA SCHORSCH! Facebook habe ich ja auch keines! Ich Wilder, ich! Wie auch immer. Andere Story. Jedenfalls wollte ich euch hier und heute mal meinen Zwist mit Instagram erläutern.

Dass das ganze Konstrukt zu Facebook gehört und die ja sowieso zur Achse des bösen gehören lassen wir dabei aussen vor. Ist heutzutage eh beinahe nicht mehr zu vermeiden. Es ist mir ehrlich auch egal. Gläsern bin ich so gesehen schon lange im Internet. Googlenow lässt grüssen! Mein “Problem” ist ganz ein anderes.

Ich bezeichne mich selber als mittelmässig ambitionierter Hobbyfotograf. Das kann jetzt auf einer Skala von “Was ist ein Foto?” bis zu “der unfuckingfassbar beste Fotograf der ganzen Welt”, jeder selber einordnen. Ich habe einfach einen gewissen Anspruch an meine Fotos. Völlig egal wem dem genügt und welchen Massstäben der entspricht. Ich investier jedenfalls Zeit, Herzblut und nicht zuletzt Geld in mein Hobby. Ich mache diese Fotos, bin zufrieden damit oder überhaupt nicht. Die besten davon kommen in meinem Falle auf Flickr und da verstauben dann ohne gross von irgendjemandem beachtet zu werden. Das ist völlig ok für mich. Sie müssen ja nur mir gefallen.

Jetzt sind da aber diese Instagramfreaks. Nichts gegen Leute die Instagram viel und häufig nutzen! Ist ja einfach nur eine Plattform um Bilder hochzuladen. Jeder was und wieviel er will. Aber da machen Leute ein Bild von einer Kaffeetasse und bekommen dafür dann 500 Likes. SUPI! Gratuliere. Am besten noch Dreissig Hashtags dran, dass auch jeder sieht, dass man eine Kaffeetasse fotografieren kann. (Sorry aber das kann ein zwei jähriger). Filter drüber und schon sind wir bei 1000 Likes.
Mir egal wenn Kaffeetasse Nummer 500000000000000000 dann sogar 12Mio Likes bekommt darum geht es mir nicht. Mein Problem ist es dass Instagram eben diese Beachtung bekommt die es bekommt! Und das ist nur mein ganz persönliches Problem.

Folgendes:

Ich habe ein Foto gemacht das mir vielleicht echt was bedeutet! Ein Bild was ich cool finde. Wofür man vielleicht sieben Mal morgens um vier aufgestanden ist. Wofür man vielleicht mal sogar etwas Anerkennung bekommen möchte. Bei aller Bescheidenheit mag man es ja doch immer wenn Arbeit die man gemacht hat Anerkennung bekommt. Zwei Leute finden mein Bild schön auf Flickr, 12 haben es sich angeschaut. Zwei tage später lade ich ein Bild was ich gerade von meinem Brotmessergemacht habe auf Instagram und 20 Leute finden das toll. Zwei Schreiben sogar noch einen Kommentar wie toll ich doch dieses Messer in Szene gesetzt habe! Ein Bild was man mal eben blind und ohne auch nur einmal darüber nachzudenken aufgenommen hat und via tastendruck auf Twitter veröffentlicht hat. Da kommst du dir als “mittelmässig ambitionierter Fotograf” doch verarscht vor!

Ich habe mir gestern tatsächlich einen Instagramaccount angelegt und habe mir vorgenommen da meine Bilder hochzuladen die ich mit meinem Handy aufgenommen habe und zu schade sind nur auf dem Handy zu verstauben. Ich werde dieses Socialmediainstrument also nutzen wie die meisten anderen auch. So wie das wohl angedacht ist dass man es nutzt! Aber ich komme mir vor als würde ich meine eigenen Prinzipien verraten! DAS IST MEIN PROBLEM! Also wenn ihr mich dort plötzlich nicht mehr findet bin ich damit wohl doch nicht mehr damit klargekommen.

Und bis dahin findet ihr mich unter https://www.instagram.com/klein_ivery/
(und schaut öfter mal auf www.flickr.com/photos/yvozuercher vorbei ;D)

Lg. Yvo

Buchungsunsinn

Bald zwei Jahre ist es her als ich hier zum letzten mal was geschrieben habe. Ich habe nachgeschaut. Am 6.Juni 2014 war das um genau zu sein. Wahnsinn wie die Zeit läuft. Es ist halt so versandet. Naja… Wie auch immer. Was mir aber heute „passiert“ ist muss ich hier doch mal schriftlich festhalten weil ich es so unfassbar finde. Ich glaube es eigentlich immer noch nicht so richtig.

Wer mich kennt weiss, dass ich ein richtiger Buchungsprofi bin was Reisen anbelangt. Vorallem mit Flugesellschaften und deren Ticket-Machenschaften habe ich so meine Erfahrungen gesammelt. Was ich aber heute erfahren und gesehen habe treibt das ganze auf ein neues Level und lässt mich einfach nur noch den Kopf schütteln.

Ich habe für eine Freundin eine Reiseverbindungen rausgesucht. Mit Swiss von Berlin nach Nizza, ein paar Tage später von Nizza nach Zürich und wieder einen Tag drauf von Zürich nach Berlin zurück. Urlaubsplanung halt. Jetzt muss man dazu einige Sachen wissen.

Es gibt bei Swiss -wie auch bei vielen anderen Fluggesellschaften- in den verschiedenen Buchungsklassen (also Economy-, Buisenes- und First- Class) wiederum Unterkategorien. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in der erbrachten Leistung. Bei der Swiss sind das die Kategorien Fly Light, Fly Classic und Fly Flex. Wir betrachten hier in diesem Beitrag nur die Kategorien Light und Classic. Wir machen mal kurz den Vergleich.

Was beide gemeinsam beinhalten:

-8kg Handgepäck
-Snack an Bord
-Meilen

Was man im Classic Tarif zusätzlich hat:

-Aufzugebendes Gepäck bis 23kg
-Sitzplatzreservierung
-Umbuchung gegen Gebühr

Die Option Umbuchung gegen Gebühr lassen wir jetzt aber einfach mal aussen vor. Braucht eh niemand, da diese Gebühren so horrend hoch sind, dass sie manchmal mehr betragen als der Wert des Ticktes ist.

Kommen wir zu meiner Geschichte.

Ich habe also nach der vorhin erwähnten Flugverbindung gesucht. Bei Swiss gibt es für solche Fluge die Suchoption „Gabelflüge“. Da kann man das genau so eingeben und es sucht dir die gewünschte Verbindung im Lufthansaverbund (zudem auch die Swiss gehört) raus. Preis: 278 Euro.

Alle zusammen im Fly Light Tarif. Sprich ohne Gepäck und Sitzplatzreservierung. Sitzplatzreservierung ist mir persönlich aber ziemlich wichtig. Ich will einfach am Fenster sitzen! Da bin ich Kind geblieben. Und wir fliegen halt in den Urlaub. Da reicht Handgepäck nicht.
Klug wie ich bin wollte ich nun halt den Fly Classic Tarif. Konnte ich aber nicht umstellen. Auch nach langer Suche habe ich keine entsprechende Option gefunden. Kurz entschlossen habe ich nun also den Swiss Kundensupport angerufen und wurde auch nach kurzer Wartezeit von einer äusserst netten und Sympathisch klingenden Dame beraten. Sie konnte mir zwar nicht sagen ob oder wo ich das online einstellen kann, hat mir aber alle Flugverbindungen wie gewünscht rausgesucht und mit der entsprechenden „Classic“ Version versehen. Preis? Nach kurzen Problemen konnte sie mir dann diesen nennen. 527.- Euro!

FÜNFHUNDERTSIEBENUNDZWANZIG EURO.

Für die exakt selbe Flugverbindung! Ich habe echt kurz gelacht am Telefon. Für Gepäckaufgabe und eine Sitzplatzreservierung. Wie dieser Preisunterschied denn zustande komme habe ich sie gefragt. Die Antwort fand ich mindestens genau so lustig wie den Preis.

„Ja wissen Sie, es ist so: Es gibt in diesen Tarifguppen nochmal Untergruppen und die müssen zusammenpassen sonst kann ich Ihnen die Verbindung nicht verkaufen. Bei manchen muss man zb mind. 2 Tage bleiben bei anderen mind 5…….“ bla bla bla 😀 Ich habe mich artig bedankt und aufgelegt. Ich konnte nicht mehr vor lachen. Das ganze ist so unsinnig, dass ich der das aufs Wort glaube. Das beste kommt erst noch.

Man kann nämlich sowohl Sitzplatzreservierung als auch Gepäck getrennt zu der Fly Light hinzu buchen. Für 10 Euro pro Teilstrecke für einen Sitzplatz und 15 Euro pro Teilstrecke für Gepäck a 23 Kg. Kommen wir also auf 100 Euro an zusätzlichen Kosten (40 Euro Gepäck, 60 Euro Sitzplatreservierung). Für 100 Euro Aufpreis sind wir also Leistungstechnisch von Niveau „Fly Light“ auf Stufe „Fly Classic“ aufgestigen. Für diejenigen dies noch nicht raus haben: 278Euro (Fly Light Tarif) plus 100 Euro Zusatzkosten sind 378 Euro. 378 Euro gegenüber 527 Euro Fly Classic direkt, was mir die Gute am Telefon mitgeteilt hat.. Doch.. Doch das ergibt Sinn! Wirklich!

Klar man könnte das noch weiter treiben. Würde man das Ganze in einzel Strecken buchen, käme man Locker auf 800-1000 Euro Kosten. Warum auch immer. Ergibt genau so viel Sinn. Geile Sachen liebe Swiss! Ihr seid echte Profis! Danke das ihr mich heute so zum lachen gebracht habt. Und das schöne ist ja dass ich noch ne Menge solcher Anekdoten bereit hätte.

Nach Nizza fliege ich aber trotzdem. Die Sommerferien können kommen!

 

Flickr

Ich möchte hier ein bisschen Werbung in eigener Sache betreiben. Ist immerhin mein Blog, also gestatte ich mir das jetzt mal. Ich habe hier in letzter Zeit nur sehr wenig geschrieben, von daher weiss ich zwar nicht was oder wieviel mir das am Ende wirklich bringt, aber sei es desshalb. Und der Stichpunkt für den “letzten veröffentlichten Eintrag” wandert wieder nach vorne.

Gab eine Zeit wo ich hier echt ganz fleissig und oft Fotos hochgeladen habe.Ich habe mit dem wieder aufgehört, weil es einfach suboptimal für mich ist. Möchte ich zum Beispiel einem intressierten oder einfach einem Freund / einer Freundin ein Bild zeigen, suche ich hier erstmal ein bisschen. Bei dem schlechten Internet was ich oft habe unterwegs, ist das alles andere als optimal.

Ich habe deshalb für meine Bilder auf Flickr gewechselt. Wen es also interessiert wo ich mich so rumtreibe und was ich so knipse darf also wirklich gerne mal auf www.flickr.com/photos/yvozuercher vorbeischauen. Die Freude an Sternen und Kommentaren ist mir auch da nicht vergangen. Sind bis anhin nämlich nicht mehr geworden 😀 Das war aber auch nicht die Hoffnung oder der Grund meine Fotos da hochzuladen.

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Also. wissta was zu tun ist ^^ –> www.flickr.com/photos/yvozuercher

Grossstadtmuff

Wenn ich den typischen Berliner beschreiben müsste, würde ich ihn wohl mit mürrisch, unfreundlich und selbstgefällig umschreiben. Das sind so die ersten Eigenschaften die mir gerade spontan einfallen wenn ich an den Berliner in freier Wildbahn denke. Wenn ich aber noch ein zweites Mal nachdenke, tu ich ihm damit äusserst unrecht. Ich habe das vergnügen einige Berliner und Berlinerinnen persönlich kennen zu dürfen. Extrem liebenswerte, freundliche und aufgeschlossene Menschen. Und dann denke ich da noch an mein Arbeitsumfeld wo ich auch des öfteren mit Berlinern zu tun habe. Man erkennt sie sofort. Grosses Maul, den typischen Berliner Slang, immer für Spässchen zu haben. Ich arbeite sehr gerne mit ihnen zusammen. Es versprüht so eine erfrischende Stimmung im manchmal doch recht langweiligen Alltag.

Damit habe ich also meinen typischen Berliner schonwieder zunichte gemacht. Toll. Trotzdem. Wenn ich durch die Strassen Berlins laufe, ist sicher mindestens eine Eigenschaft auf jeden Dritten zutreffend. Begonnen bei der Frau an der Supermarktkasse, bis hin zu dem Herrn mit Kravatte in der Bank. Über die äusserst “freundlichen” Busfahrer brauchen wir glaub gar nicht erst reden.

Vielleicht kommen viele auch nur mir als Schweizer etwas (zu) arrogant rüber, weil hier halt doch ein etwas anderer Umgangston herrscht. Aber bei vielen denk ich mir schon so meinen Teil dazu.

Ich möchte mich nochmal wiederholen. Nur dass mich hier keiner falsch versteht. Ich möchte niemanden beleidigen. Auf keinen Einzigen den ich persönlich kenne, trifft das auch nur annähernd zu. Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Das sind alles nur Beobachtungen wie sie mir so auf der Strasse auffallen. Aber es fällt halt eben auf! Wenn hier jemand mit Kinderwagen am Bahnsteig steht, kannst du dir sicher sein dass sofort jemand mit anpackt und hilft den Kinderwagen in den Zug zu tragen. Und dann bist du in Berlin, wo sicher 40 Leute an einer Frau mit Einkaufstaschen und Kinderwagen vorbei laufen können, die sich die Treppe zur U-Bahn runter quält. Das kostet dich keine Minute, vorne die Räder zu packen und die Treppe runter zu laufen die man eh runter muss. Nur eines von so vielen Beispielen von denen Ihr sicher auch so einige aufzählen könntet.

Ich lege da viel Wert auf so kleine Dinge. Ich finde das wichtig, dass man nicht so ignorant und selbstgefällig durch die Weltgeschichte läuft. Umso mehr habe ich mich letzte Woche selber über mich genervt. Es war abends um etwa 22Uhr an einer S-bahnstation in Berlin. Wir stehen zu dritt rum und quatschen. Von weiter hinten kommt ein Mann daher der sichtlich an-, wahrscheinlich aber eher ziemlich BEtrunken war. Optisch machte er einen ziemlich zerlebten und verranzten Eindruck. Wahrscheinlich obdachlos. Er schwankte über den Bahnsteig. Drei Bierflaschen in der Hand. (Um es vorne weg zu nehmen. Nein, er fiel nicht auf die Gleise. Da wäre ich gesprungen.) Es klirrt. Plötzlich hatte er halt eben nur noch zwei Bierflaschen in der Hand. Die dritte lag nun in vielen vielen Scherben auf dem Bahnsteig verteilt, beachtlich nahe den Gleisen. Ich war gespannt auf seine Reaktion. Ich hatte eigentlich mit nichts anderem gerechnet als dass er alles liegen lässt und weitergeht. Falsch. Er nahm die Grossen Scherben und legte sie beiseite. Er bemühte sich sichtlich und es war in seinem Zustand wohl wirklich sehr schwer. Er schwankte immer mehr und eigentlich warteten wir alle nur darauf bis er runterfällt. Alle standen wir nur da und glotzten doof als er versuchte mit seinem Fuss die kleineren Scherben auch noch aus dem Weg zu treten. Auch da, er hatte wirklich wirklich seine Mühe damit. Von irgendwo her weiter hinten kam dann ein junger Mann der die Grossen Scherben in die Hand nahm und in den 3 Meter entfernten Mülleimer schoss, den Herren bei Seite nahm und dann die kleinen Splitter beiseite kickte. Er hatte keine 30sekunden war alles beseitigt. Der Besoffene bedankte sich WIRKLICH freundlich. Er war sichtlich dankbar. Das war der Moment wo ich mich wirklich ein wenig vor mir selber “ekelte”. Ich stand wenige Meter von dem Mann entfernt. In dem Moment habe ich eher darauf gewartet dass er auf die Gleise fällt als Ihm zu helfen. Zu sagen “wäre er runtergefallen, hätte ich Ihm sofort geholfen”, ist eigentlich nur lächerlich. Er wollte sein Missgeschick ja beseitigen, was längst nicht alle machen würden. Nicht nüchtern und schon gar nicht besoffen. Dass man solchen Personen in solchen Situationen nicht hilft ist peinlich. Für mich, und für alle die vielen anderen die ebenfalls um dieses Geschehen herum standen. Es waren nicht wenige.

Ich war etwas resigniert in dem Moment. Grossstädte machen resistent. Man verliert das Gespür für die Situation. Ein gewisser Grossstadtmuff hält Einzug. Ich werde mich auf jeden Fall wieder mächtig an der Nase nehmen, mehr wie dieser Mann zu sein der sich 30 Sekunden Zeit genommen hat um einem Anderen zu helfen der gerade nicht dazu imstande war sich selber zu helfen. Innerlich habe ich den Hut gezogen vor dieser Leistung die man eigentlich nicht als eine solche bezeichnen dürfte. Es sollte selbstverständlich sein.

Denkt doch mal drüber nach wie Ihr in dieser Situation gehandelt hättet. Vielleicht schreibt ihr es in die Kommentare. Oder ihr behaltet es für euch. Euch selber könnt ihr nicht belügen. Vielleicht achtet ihr mal etwas drauf.

Interview mit Thomas

Ist jetzt auch schon ein paar Wochen her das ich hier im Blog den Aufruf nach einem Fotografen der sich für ein Interview für meine Abschlussarbeit zur Verfügung stellt gestartet habe. Es hat sich auch wirklich jemand gemeldet –danke Sue- das allerdings erst nachdem ich mein Interview schon hatte. Thomas Leuthard seines Zeichen Street Photographer aus Luzern hat sich sofort dazu bereit erklärt mir meine Fragen zu beantworten. Entstanden ist sehr schnell ein sehr tief greifender Dialog der sich nicht nur um die Fotografie gedreht hat. Ich finde es immer noch sehr spannend mir die Antworten durch den Kopf gehen zu lassen. Ich habe bekommen was ich mir in meinen besten Vorstellungen nicht hätte ausmalen können für meine Abschlussarbeit. DANKE THOMAS FÜR DIESES HAMMER INTERVIEW! (und den nebenbei echt coolen Nachmittag)

Weil es einfach zu schade ist diese tollen Antworten einfach auf dem Computer und dann in meiner Abschlussarbeit versauern zu lassen, werde ich das hier jetzt einfach in vollem Umfang hochladen. Ich kann euch wirklich nur Raten das ganze mal durchzulesen. Man kommt schon auch ein bisschen ins Grübeln.

 

1. Wie hast du mit dem Fotografieren begonnen?

Das war mehr Zufall als geplant. Ich war im Jahre 2008 geschäftlich in Tel Aiv unterwegs und habe damals im Hotelzimmer beim durchblättern eines Computerheftchen diese Kameras gesehen und dachte das wär doch was für mich. Ich habe mir dann die billigste Kamera ausgewählt und mir die Nikon D40 gekauft, einfach aus reiner Neugier weil ich das mal versuchen wollte. Habe dann alles ein bisschen ausprobiert, habe auch einige Kurse besucht und habe dann aber gemerkt dass das nicht das ist was ich eigentlich möchte. Im Sommer 2008 war ich dann –auch wieder geschäftlich- in Peking bei den Olympischen Sommerspielen unterwegs wo ich dann eigentlich rein aus den Begebenheiten und meinen Beobachtungen mit diesen vielen verschiedenen Leuten den Grundstein zur Streetfotografie gelegt habe. Da liefen so viele verschiedene Leute herum und ich fand das so spannend das festzuhalten, dass ich bis heute zu 99% dabei geblieben bin.

 

2. Wie würdest du deinen Stil bezeichnen?

Wenn man drei Streetfotografen fragen würde wie sie diese Richtung beschreiben würden, würde man wahrscheinlich drei verschiedene Antworten bekommen. Für mich und somit auch meine Fotos sind meistens Schwarz/Weiss, sehr nah –manchmal vielleicht auch zu nah- und halten das Leben in seiner Realität in diesem einen Moment fest.

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3. Was schätzt du so an der Fotografie?

Die Herausforderung immer ein besseres Bild machen zu wollen. Ein Foto ist nie perfekt. Gerade auf der Strasse wo du eigentlich nichts selber in der Hand hast ausser deiner Kamera die du selber steuerst, wird nie alles genau perfekt sein. Und diese Sache, immer dich selber übertreffen zu können finde ich sehr spannend. Ich habe mal in einem Buch geschrieben das ich am letzten Tag meines Lebens mein perfektes Foto schiessen möchte weil ich dann weiss, du hast alles geschafft was du möchtest und ich kann jetzt beruhigt gehen. Würde ich dieses perfekte Foto heute schon machen würde für mich der Reiz an dem ganzen entfallen und ich müsste mir ein neues Hobby suchen. Ich könnte mich ja selber nicht mehr übertreffen und würde an Stelle treten. Genau dieses irgendwie Uferlose fasziniert mich sehr. Es wird NIE DAS perfekte Foto geben.

 

4. Wie viel Zeitdokument steckt in deinen Fotos?

Ich denke in meinen Bildern steckt mehr Zeitdokument je mehr man drüber nachdenkt. Letztens habe ich ein Bild von einem Jungen im Kinderwagen mit einem iPad in der Hand gemacht, das irgendein Spiel spielte wo es wohl einen Burger zusammenbauen konnte. Also das man das Kind in so jungem Alter eigentlich mit einerseits dem Feind jedes Ernährungswissenschaftler „infiziert“ und andererseits dann auch noch auf einem iPad statt es das selber in der Küche erfahren lassen. Ich könnte mir gut vorstellen das man in fünf, zehn vielleicht auch zwanzig Jahren mit solchen Bildern auch irgendwo durch sagen könnte das die Spuren zu zum Beispiel Übergewicht ja schon sehr früh gelegt wurden. Meine Bilder zeigen einfach die Wahrheit wie es ist und verfälschen nicht durch eine gestellte Szenerie. Wie viel Zeitdokument im Endeffekt darin steckt wird die Zeit zeigen.

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5. Findest du denn Fotografie ein geeignetes Mittel um eine der wohl komplexesten Menschlichen Erfindungen festzuhalten?

Wenn man die Zeit festhalten will muss man sehen was macht die Person, was trägt eine Person und wo befindet sie sich. Also wer denkt mit einem Portrait ein Zeitdokument zu schaffen lebt glaube ich illusorisch. Ich bin nach wie vor der Meinung das man mit einem Foto weit mehr sagen kann als mit einem Schriftdokument oder sogar einem Film in Bild und Ton. Aber es muss sicher eine Gesamtaufnahme sein und sollte sich nicht zu fest auf einen Punkt fixieren

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6. Gibt es einen Moment in deinem Leben, den du im Nachhinein vielleicht besser festgehalten hättest, die dich vielleicht sogar heute noch aufregen das du sie nicht gemacht hast?

Es gibt Momente die mich so fasziniert haben das ich quasi vergessen habe ein Foto zu machen. Bilder an die ich mich zum Teil bis heute erinnern kann. Ein Bild das Wurmt mich aber bis heute noch.

Da war ich in einer Kunstausstellung. Da hing ein Bild -zu 90% in Grün- das einen Menschen zeigt der auf einer art OP-Tisch lag. Alles in allem ein sehr surreales Bild. Vor diesem Bild stand ein Mädchen fast komplett in Grün angezogen Das dieses Bild fasziniert betrachtete. Ich habe diese Szenerie gesehen und ein Foto davon gemacht. Jetzt habe ich aber am Morgen zuvor bei einem Update vergessen einzustellen das es die Bilder in Farbe abspeichern soll. Ich schaue zuhause meine Ausbeute an und musste mit Schrecken feststellen das ich dieses super Bild gerade so gut nicht hätte machen können. In Schwarz/Weiss war dann natürlich die ganze Aussagekraft dahin. Das verfolgt mich bis heute noch ein bisschen und erzähle ich auch öfters bei meinen Workshops das man echt immer seine Einstellungen beachten soll.

 

7. Was treibt dich an und was inspiriert deine Fotografie?

Eigentlich ist das Leben meine Inspiration. Ich habe nicht eine Person von der ich sagen würde sowas will ich machen. Klar sehe ich oft ein Bild zum Beispiel in einem Modeheftchen und denke „sowas will ich auch machen“ aber das ist dann nicht Fotografen abhängig oder so, sondern dann inspiriert mich dieses Bild. An Inspirationsquellen mangelt es mir eigentlich nie. Wer mit offenen Augen durchs Leben läuft und sich eben auch inspirieren lässt wird da glaube ich nie Probleme haben. Gewisse Regelmässigkeiten oder Auffallende Details an einem hunz kommunen Gegenstand und schon wächst eine Idee heran. Die meisten Ideen zu neuen Bilder kommen mir eigentlich unter der Dusche. Oft irgendwo einen Gedankenfetzen aufgegabelt, zwischengespeichert und sein gelassen und dann unter der Dusche wo ich auch mal einfach nichts denken kann und der Kopf leer ist, dann kommen mir jeweils die besten Ideen. Und dann kann ich das auch meistens auch nicht einfach dabei belassen. Kreativität und eine Idee verflüchtigen sich sehr schnell. Ich muss das dann wirklich umsetzen oder umzusetzen versuchen, sonst wird mich das nicht in Ruhe lassen und ich kann den Kopf nicht frei kriegen.

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8. Wie oft gibt es diese Momente in denen du deine Kamera einfach in die Ecke schmeissen willst und von dem ganzen zumindest Zeitweise nichts mehr wissen willst? Gibt es das überhaupt?

Die gibt es. Ich habe oft so Phasen wo mir alles einfach keinen Spass mehr macht. Das sind dann Zeiten wo ich für mich einen Schnitt mache und einfach einen radikalen Schritt gehe. Ich habe gerade vor ein paar Wochen meinen Facebookaccount deaktiviert. Ich musste einfach was machen, es musste was geschehen. Gerade nach Reisen wo man dann Tage oder Wochen nicht viel anderes gemacht hat dann kotzt es mich manchmal einfach an und ich rühre meine Kamera Tage lang nicht mehr an. Ich muss echt sagen, ich habe schon ein paar Mal ans aufhören gedacht. Ich muss dann jeweils was anderes machen. Langzeitbelichtungen –was ich auch sehr gerne mache- hilft mir zum Beispiel sehr. Einfach mal zu sehen wie wenig Bildausbeute es in einem sehr grossen Zeitrahmen geben kann. Also in einem Zeitrahmen von 4h bekomme ich sonst vielleicht 10 Gute Bilder, stand ich letztes mal am See und habe gerade mal eines mit dem ich wirklich zufrieden bin. Einfach weil man halt warten muss, die Einstellungen immer wieder aufs neue anpasst und es dann vielleicht auf Grund einer Lichtveränderung trotzdem nichts wird. Sich das mal wieder vor Augen zu führen, den Kopf wieder frei zu kriegen, das Hilft echt. Die Motivation ist bei mir erstaunlicherweise noch jedes Mal zurückgekommen.

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9. Zeiten ändern sich. Wie hat sich deine Fotografie entwickelt?

Das was ich vorher erzählt habe von wegen den Moment realitätsgetreu festhalten ist eigentlich der zentrale Punkt des Wandels den ich momentan durchmache. Ich möchte nicht mehr den Menschen als grosses Fragezeichen im Raume stehen lassen. Ich will das meine Bilder eine Geschichte erzählen. Also mal etwas von dieser extremen Nähe abweichen, die Person im Kontext zeigen. Man soll etwas über jemanden erfahren oder zumindest meinen zu erfahren und nicht einfach nur ein Bild konsumieren was so ziemlich alles sagen kann. Und was ich auch immer mehr versuche, ist den Menschen in Zusammenhang mit seiner Umgebung zu bringen. Also zum Beispiel wenn Farben von Kleidern und Hintergrund gleich sind, das in einen Kontext zu stellen oder mit Formen zu spielen –auch wieder von Mensch zu seiner Umgebung- und diese Darzustellen

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10. Du kannst deine Fotos weder planen noch vorausschauen. Kannst du sie erzwingen?

Es ist schon so das mir manchmal eine Idee kommt und ich dann muss so schnell als möglich dahin muss und da dann auch warte bis ich dieses Foto habe. Wenn es dann nicht klappt wie ich mir das vorstelle, komme ich auch an diesen Ort zurück bis es eben klappt. Es ist aber auch so, dass ich heute mal auf ein Bild verzichten kann. Ich bin dadurch auch etwas ruhiger geworden und kann mittlerweile mal auf ein Bild verzichten. Also wenn mich die Inspiration wie meistens dann draussen auf der Strasse überfällt und ich was sehe, wäre ich früher noch jeder Person nachgerannt um es irgendwie festzuhalten. Heute kann ich auch mal sagen ok lassen wir die Person jetzt in Ruhe, es kommt auch ein nächstes Bild. Also wirklich erzwingen kann man es nicht, muss aber auch sagen, man hat es gar nicht nötig. Die nächste Gelegenheit kommt auf jeden Fall. Dann ein anderes Bild.

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11. Learning by Doing oder wissen anlesen und beibringen lassen? Was würdest du einer Person raten die neu mit dem Fotografieren beginnen will?

Ich glaube es ist super einen Kurs zu besuchen um die Grundlagen zu erlernen. Es kann einem sehr helfen seine Kamera kennenzulernen. Ich vergleiche es mal mit einem Zimmermann. Du bekommst einen Hammer. In einem Grundkurs kann dir super beigebracht werden wie du diesen Hammer bedienen musst. Aber das know how eine ganze Hütte aus Holz zu bauen hast du deshalb noch lange nicht. Das kann dir nur die Praxis beibringen. Gerade da wo so viele eigene Ideen und Inspiration zusammenspielt, kann dir das kein Mensch dieser Welt beibringen wie du das vereinen kannst. Das muss man einfach selber erlernen und seine Persönliche Linie finden ein Bild interessant gestalten. Und einen Schuss an Begabung und Talent ist auch nie fehl am Platz. Aber eindeutig, die Kamera muss man im Schlaf beherrschen sonst kann das nicht klappen.

 

12. Du bist Fotograf, hast Bücher geschrieben und führst Workshops. Drei völlig verschiedene Rollen. Welche steht dir davon am besten? Eher der Unauffällige mit der Kamera auf der Strasse oder doch der Vermittler und in Anführungszeichen Unterhalter einer Gruppe?

Ich könnte mich nicht festlegen. Es macht mir alles Spass, aber ich brauche die Abwechslung. Wenn ich immer nur das Selbe machen müsste würde mir langweilig werden. Wenn ich immer nur fotografieren müsste würde es mir sehr schnell ablöschen. Wenn ich immer nur Bücher schreiben müsste, hätte ich schnell keinen Spass mehr daran. Ich gehe mit all dem auf ein Thema ein aber auf Grundverschiedene Arten und das finde ich spannend. Sobald es dann zu viel wird schmeisse ich aber auch schnell wieder hin und dann interessiert es mich nicht mehr.

 

13. Wieso hast du dich für die Fotgrafie auf der Strasse und nicht im Studio? Reizt dich das nicht?

Weil es gestellt ist und ich mag keine gestellten Bilder. Jedes Bild auf in jeder Modezeitschrift in jedem Magazin ist gestellt. Es herrsch eine akute Übersättigung an gestellten Bildern. Ich möchte den Menschen so festhalten wie er ist. So wie es jetzt gerade ist. Klar gibt es Fotomodels die sehr gut schauspielern können so das es echt aussieht aber dann sieht man irgend einen Prominenten und es sieht einfach brutal künstlich aus. Ich würde so ein Produkt nie kaufen. Es ist viel zu schwierig Emotionen nachzustellen und es gibt nichts schöneres als wahre Emotionen zu sehen. Das sind einfach Sachen die man nicht nachstellen kann. Jedes Lachen was nicht einem Grund entspringt wird immer sofort erkennbar sein. Ich will das nicht.

Ich lese zum Beispiel auch keine Romane. Nur Sachbücher. Weil ich diese Fiktion einfach überhaupt nicht mag. Ich will das Leben live!

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14. Zeit Mangelware oder eine Frage der Einteilung?

Frage der Einteilung.

Es ist eine reine Frage der Priorisierung. Jeder der sagt er hätte keine Zeit hat einfach die Prioritäten falsch gesetzt. Ich habe so ziemlich alles was mich ablenkt von meiner Fotografie, alles was mich nicht irgendwie weiterbringt aus meinem Leben gestrichen. Ich arbeite nur noch 90% und bin dabei weiter zu reduzieren. Ich habe meine Wohnung auf das nötigste reduziert alles so weit es geht minimalisiert. Ich versuche momentan möglichst wenig zu machen, das dann dafür umso intensiver zu leben. Man muss nicht überall dabei sein und alles mitmachen. Es nützt mir nichts wenn ich an tausend Sachen dabei bin. Lieber bin ich bei ein vielleicht zwei Sachen dabei, aber da dann dafür richtig mit vollem Einsatz. Klar, alles neben dem Job wo ich versuche das nötigste zu Leisten damit der Chef zufrieden ist und mein Lohn ende Monat gerechtfertigt ist. Man muss sich fokussieren können. Man sollte sich theoretisch eine Liste machen mit je „was mache ich gut“ und einer mit dem „was ich gerne mache“ und das was auf beiden listen vorkommt weiterhin ausführen und den ganzen Rest streichen! Das wäre konsequent und effektiv! Weil der Entscheid was ich mache und was nicht, ob Familie oder nicht, diese ganzen Entscheide liegen bei mir. Was einem nicht passt, ändern! Es obliegt jedem selbst. Man muss einfach damit leben können. Mit allen Konsequenzen die so ein Entscheid mit sich führt. Aber man muss sich halt fragen was einem mehr Wert ist. Ein gut bezahlter Job und jeden Abend unzufrieden nach Hause kommen oder halt etwas weniger Geld und dafür ein Lachen im Gesicht. Muss jeder für sich selber Wissen. Lieber Glücklich sein mit weniger Geld als unglücklich mit allem.

Wenn ich hier in Zürich durch die Bahnhofsstrasse laufe sehe ich viel weniger Lachende Gesichter als irgendwo in Mumbai. Ich glaube es liegt daran das die Leute einfach viel weniger Zeit für Sachen verschwenden die gar nicht wichtig sind.

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Leider hat Thomas einfach viel zu viele ganz ganz tolle Bilder. Wenn euch diese hier gefallen schaut ihr am besten mal HIER vorbei. da sind noch fast unzählige weitere. Einfach mal vorbeischauen, inspirieren und wirken lassen. Kann ich nur empfehlen.

 

Lg. Yvo

Strategisch Scheisse

Verschissene Toiletten? Freche Gören in der Bahn? Teenies am Morgen im Bus? Was regt euch in der Öffentlichkeit am meisten auf? Ich kann euch sagen wie man mich auf die Palmen treiben kann. Bleibt mitten im weg stehen und ihr könnt froh sein wenn ich euch nicht Hände voran um den Hals falle. Ich weiss echt nicht.. Da krieg ich so ein Hals. Ich glaube Mittenimwegstehtitis ist nach Ichwarinderhirnverteilschlangezuweithinten Krankheit eine der Weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten.

imwegsteher

 

Du bist am Flughafen und fährst auf der Rolltreppe. Vor dir eine Person mit Koffer der natürlich wie könnte es anders sein, die ganze Breite in Anspruch nimmt. Du möchtest eigentlich vorbei, siehst aber die hoffnungslosigkeit der Problematik. Gut denkst du dir. Gleich ist die Rolltreppe zuende. Dann laufen zuerst sie/er und dann du vom Band um an ihr/ihm vorbei zu ziehen. Also fährst du. Und fährst du. Und fährst. Und fährst. Und fährst. Und fä.. ok ihr habt verstanden. Auf jeden fall fährst du da und siehst wie der Koffer immer grösser und grösser zu werden scheint, immer unüberwindbarer und siehst gleichzeitig wie die Rolltreppe immer länger und länger, ja schier schon unendlich lange wird. Obwohl man ja eigentlich Zeit hat macht sich langsam Nervosität breit und iwie nervt es auch immer mehr das gewisse Leute das Prinzip rechts stehen links gehen wohl nicht verstanden haben. Bestimmt schon mindestens 10 Minuten steht man da bis eeeeeendlich das heiss ersehnte Ende in Sicht kommt. Du gehst vor deinem innern Auge schon wie beim Sprint in Startposition um an der/dem vor dir vorbeizuziehen. Ein Schritt, zwei Schritte. STOPP! Wie von der Tarantel gestochen bleibt die Person vor dir noch auf dem auslaufenden Riffelblech der Rolltreppe stehen und macht keinen Wank mehr. ZACK HIER BIN ICH! AAAAAAAAAAlter Falter. Da kommts mir hoch! Wir standen sicher schon 20min auf diesem sich fortbewegenden Ding, man hatte alle Zeit der Welt sich seine nächsten Schritte zu überlegen und wenn die Zeit nicht reicht dann STEH VERDAMMT NOCHMAL AUF DIE SEITE! Ich krieg da so nen Hals. Türen oder enge Gänge sind auch ganz beliebte Orte für ein Spontanes Schwätzchen von zwei Päärchen mit Kinderwagen. Einfach alle strategisch ungeeigneten Orte und Punkte scheinen genau Magnete für so viele Menschen zu sein.

Und ich mache meinem Ärger da auch lautstark Luft. Da vergehen mir jegliche Manieren.

So! Ich habe gesprochen.

Lg. Yvo Smiley mit geöffnetem Mund